Senioren­ratgeber

Hausnotruf:

Ab einem gewissen Alter steigt das Risiko eines Unfalls zuhause. Statistisch gesehen stürzt ab einem Alter von 65 Jahren jeder dritte Mensch einmal im Jahr. Um bei einem Sturz schnellst möglich Hilfe zu erhalten, biete sich ein Notrufsystem an.

Ein Notrufgerät gibt älteren Menschen und ihren Familien ein sicheres Gefühl, dass im Ernstfall Hilfe kommt. Das Gerät stellt sicher, dass die Notrufzentrale rund um die Uhr erreichbar ist, in Notfällen schnell eingreifen kann und keine wertvolle Zeit verloren geht. Da der Hausnotruf ein Hilfsmittel für Senioren ist, kann die Pflegekasse bei anerkannter Pflegebedürftigkeit (meist ab Pflegegrad 1) des Betroffenen einen Zuschuss von bis zu 23 Euro im Monat leisten.

Pflegehilfs­mittel zum Verbrauch:

Unter der Voraussetzung, dass der pflegebedürftige Senior von Angehörigen oder Bekannten im häuslichen Umfeld  versorgt wird und über einen anerkannten Pflegegrad verfügt, kann die Pflegeversicherung einen Teil der  Kosten für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Höhe von 40 Euro monatlich übernehmen.

Die Pauschale für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch steht grundsätzlich allen Pflegebedürftigen zu, die von der Pflegeversicherung in einen der fünf Pflegegrade eingestuft wurden. Allerdings erfolgt die Kostenübernahme nicht automatisch, die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch müssen bei der Pflegeversicherung beantragt werden. Der Antrag kann formlos sein, allerdings sollten der Name und das Geburtsdatum sowie die Versicherungsnummer des Pflegebedürftigen im Antrag enthalten sein.

Auch Informationen über die benötigten Hilfsmittel wie z. B. Einmalhandschuhe, Betteinlagen und Desinfektionsmittel sollten berücksichtigt werden.

Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen:

Um körperlich eingeschränkten Personen sowie deren pflegenden Angehörigen das Leben und die Pflege zuhause zu erleichtern,  gibt es die Möglichkeit eines altersgerechten Umbaus der eigenen vier Wände. Förderfähig bei einem Baudumbau sind beispielsweise die Änderung der Raumaufteilung des Bades, die Schaffung eines bodengleichen Duschbereichs und die Modernisierung von Sanitärobjekten wie WC, Wanne und Waschtisch.

Ein barrierefreier Badumbau kann über einen Zuschuss durch die Pflegekasse finanziert werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass bereits ein Pflegegrad vorliegt. Umbauarbeiten im Bad können im Rahmen von wohnumfeldverbessernden Maßnahmen von bis zu 4.000 Euro bezuschusst werden. Hierzu sollte vorab ein Kostenvoranschlag für den Umbau bei der Pflegekasse eingereicht werden. Beantragen Sie den Zuschuss, bevor Sie den Auftrag für den Badumbau erteilen.

Auch die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) unterstützt altersgerechte Wohnraumsanierungen. Unter dem Programm „Altersgerecht umbauen“ gewährt die KfW einen Investitionszuschuss von bis zu 6.250 Euro.

Außerdem kann die Renovierung als „Außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer abgesetzt werden. Wir empfehlen Ihnen, direkt bei Ihrem Steuerberater oder dem zuständigen Finanzamt nachzufragen.

Ausstattungsgegenstände wie ein Duschsitz sowie Stütz- und Haltegriffe sind allerdings keine wohnumfeldverbessernden Maßnahmen, sondern Hilfsmittel. Die Kosten für deren Anschaffung können ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen durch die Pflegekasse erstattet werden.

Der Hausarzt muss dafür die medizinische Notwendigkeit mit einem Rezept bescheinigen.

Lassen Sie die Hilfsmittel beim Umbau Ihrer Wanne zur Dusche mit einbauen, brauchen Sie eine separate Rechnung vom Sanitärbetrieb. Sonst kann es zu Schwierigkeiten bei der Übernahme durch die Kasse geben.